Start in Innsbruck
A12 Richtung Bregenz
Ausfahrt Zirl Ost Richtung Kematen.
Dem Straßenverlauf der L16 folgen.
Beim Kreisverkehr die dritte Ausfahrt Richtung Oberinntaler Str. nehmen.
Rechts abbiegen auf die Dorfstraße.
Rechte Straßenseite.
- Auftraggeber: Tiroler Volksschauspiele Telfs
Unser Plakat zu „Der zerbrochne Krug“ wurde bei den Graphis Poster Awards 2026 ausgezeichnet und ist damit Teil des internationalen Graphis Poster Annual. Eine Anerkennung, die uns besonders freut – nicht nur für das Plakat selbst, sondern für ein Projekt, das uns seit mehreren Jahren begleitet und in dem sich Gestaltung, Haltung und die besondere Atmosphäre der Tiroler Volksschauspiele verbinden.
Grundidee und Haltung
Die Tiroler Volksschauspiele sind seit 1981 eine Institution in der Tiroler Kulturlandschaft. Für sie ein neues Erscheinungsbild zu entwickeln, bedeutete, die Geschichte des Hauses ernst zu nehmen und gleichzeitig eine klare, moderne Formensprache zu finden. Der Schriftzug – ein Zusammenspiel zweier Schrifttypen – bildet das Herzstück. Das kursiv gesetzte „Volksschauspiele“ erinnert an Regieanweisungen in Theatertexten und macht den Schriftzug selbst zum erzählerischen Element. Ergänzt wird er durch das markante „V“ mit Linie, das wie ein grafisches Signal wirkt und Inhalte hervorhebt, fast wie eine Sprechblase, die den Ton vorgibt.
Das Erscheinungsbild ist modular aufgebaut. Sujet, Schrift und Farbe greifen ineinander und schaffen ein System, das Wiedererkennbarkeit bietet und zugleich genügend Spielraum für die Vielfalt der Produktionen lässt. Die typografische Mischung zitiert frühe Theaterplakate und verweist auf die Tradition der Volksbühnen, mit denen die Tiroler Volksschauspiele historisch verbunden sind. So entsteht ein Auftritt, der verwurzelt ist und gleichzeitig offen bleibt – ein Erscheinungsbild mit Spielraum.
Stücke und Sujets
2023 prägten „7 Todsünden“ und „Ein Narrentanz“ das neue visuelle Auftreten. Das Sujet der Todsünden – ein rotes, geschwollenes Kuheuter – verdichtete das Thema von Ausbeutung und Gier zu einem einzigen, irritierenden Bild. Für „Ein Narrentanz“ wurde eine Faschingsmaske in Einhornform gewählt, ein Motiv, das das Spiel mit Sein und Schein aufgreift und die Frage offenlässt, wer oder was sich hinter der Maske verbirgt.
2024 kamen neue Farben ins Spiel: pastelliges Gelb und Grün, ein leichter Retro-Ton, der den Sommercharakter der Volksschauspiele unterstreicht. „Der zerbrochne Krug“ erhielt ein Plakat mit Klebepistole – ein bewusst unbrauchbares Werkzeug, das die lächerlichen wie bedrohlichen Versuche der Wahrheitsmanipulation im Stück pointiert visualisiert. Sepp Schluiferers „Fern von Europa“ wurde mit einem Hut samt Gamsbart und Scheuklappen verdichtet – ein Bild, das seine satirischen Erzählungen auf den Punkt bringt und ihre Wirkung bis heute spürbar macht.
2025 folgt eine neue Plakatserie von motasdesign – und erstmals ein Merchandise-Artikel. „Romeo & Julia“ wird in eine Zirkuswelt versetzt: bunte Zeltstreifen, Scheinwerferlicht und ein Herz, das von Schwertern durchbohrt wird und zu Blut gerinnt. Alles durchzogen von der Feindschaft zwischen Montagues und Capulets. Der Fan-Schal in Rosa und Hellblau setzt dem Ganzen eine humorvolle Spitze und erweitert das Erscheinungsbild um eine neue Ebene. Auch „Der zerbrochne Krug“ kehrt zurück, diesmal in einer farblich adaptierten Version des erfolgreichen Plakats. Ergänzt wird das Programm durch „Eine kurze Geschichte der Menschheit in acht Bildern und einem Gral“, dessen Sujet den Gral augenzwinkernd zwischen Polterabend und schmelzendem Gletscher verortet – eine präzise Verdichtung der Tonalität des Stücks.